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01. Filterbauarten

03. Nützliche und unnütze Filter

05. Skylight - Filter

07. Graufilter / ND / Neutraldichtefilter

02. Vergütung

04. UV - Filter

06. Polaristions / Polfilter

08. Farbkonversionsfilter

Kleine Filterkunde für Theoretiker

1. Die verschiedenen Filterbauarten



Von den Objektiv - und Kamerazubehörherstellern wird eine immense Vielzahl von Objektivfiltern angeboten, dass der Nutzer sehr leicht den Überblick verlieren kann, was nützliche und weniger nützliche Filter sind. In diesem Artikel erfahrt Ihr, welche Effekte die verschiedenen Filter bewirken und welche Filterarten Ihr wirklich benötigt. Ich muss dazu sagen, dass es sich hierbei um meine eigenen Erfahrungen handelt.

Objektivfilter sind Teile eines optischen Systems, die in vom Fotografen vor dem Objektiv der Kamera angeschraubt, bzw. aufgesteckt werden, um das Bild schon - bevor es durch das Objektiv auf den Film oder Chip trifft - zu verändern, oder zu verbessern. Diese Veränderung wird durch die Materialbeschaffenheit des Filters bewirkt.

Filter werden in der Fotografie meistens als Korrektur- oder als Effektfilter eingesetzt. Durch diese Filter kann die Sättigung, der Kontrast, oder auch das UV-Licht verändert werden. Es können aber auch Effekte wie Sterne oder der Gleichen hinzugefügt werden.

Ein großer Teil der Filter reflektiert einen Teil des auf das Objektiv einfallende Licht, so dass das Objektiv weniger Licht erreicht. Diese Reduzierung wird durch den Filterfaktor angegeben. Dieser ist immer auf der Fassung des Filters angegeben. Selbst wenn man heute ein Bild am PC in der digitalen Nachbearbeitung, beispielsweise mit Adobe Photoshop oder der Gleichen, sehr gut und umfassend manipulierbar ist, so bieten viele optische Filter dennoch Möglichkeiten, welche später am PC gar nicht oder nur sehr aufwändig erreichbar sind.

Filtern bestehen aus vollkommen plan geschliffenen Glas - oder Kunststoffscheiben mit unterschiedlichen Eigenschaften bzw. Einfärbungen oder Oberflächenstrukturen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich eine Filter - Folie zwischen zwei plan geschliffenen Glasscheiben befinden. Glas, bzw. Kunststofffilter gibt es in den unterschiedlichsten Vergütungen und Qualitäten. Ich persönlich rate aber von Kunststofffiltern ab, da deren Qualität zu wünschen übrig lässt. Eine Vergütungen der Filterscheiben verhindern zum Beispiel Streulichter, Blendflecken oder Geisterbilder.

Am häufigsten werden in der Fotografie Filter mit einen Einschraubgewinde hergestellt und verwendet. Die Fassungen dieser Einschraubfilter gibt es in den verschiedensten Größen und Durchmessern und bestehen hauptsächlich aus einem mattschwarz brünierten Messingring. Durch diese mattschwarze Brünierung sollen eventuelle Lichtreflexionen verhindern werden. Diese Filter werden in das Gewinde des Objektivs eingeschraubt. Darüber hinaus gibt es aber auch ein von der französischen Firma © Cokin eintwickeltes Systen, bei dem man einen vorne auf das Objektiv aufgeschraubten Adapter mit den verschiedensten Kunststoffscheiben bestückt. Bei den Kunststoffscheiben handelt es sich aber meistens um Effektfilter. Die japanische Kenko - Tokina Gruppe, die ebenfalls Filter und auch Objektive herstellt, hat den französischen Effektfilter - Hersteller Cokin SAS im Juli 2011 übernommen.

2. Die Vergütung von Filtern



Die Brillenträger unter uns kennen das. Ihre Brillen sind auch meist vergütet (entspiegelt). Filter aus Glas besitzen in der Fotografie im Gegensatz zu Kunststofffiltern eigentlich immer eine Vergütung der Oberfläche. Das auf das Filter auftreffende Licht geht, niemals zu in vollem Umfang durch die Scheibe. Ein nicht unwesentlicher Prozentsatz des Lichtes (etwa 6 - 8%) wird beim Auftreffen von der Luft auf´s Glas reflektiert und abgeleitet. Durch diesen Umstand kommt es zu Streulichtern, Blendflecken und Geisterbildern.

Der Sinn einer Vergütung des Glases ergibt sich durch den Umstand, dass die Lichtdurchlässigkeit des Glases wesentlich verbessert wird. Bei unvergütetem Glas geht etwa 8% des Lichtes verloren, bei einer einfachen Vergütung etwa 4% und bei einer Mehrschichtenvergütung nur noch etwa 1%.

bei der Mehrschichtenvergütung werden die Reflexionen zwischen der Objektivoberfläche und dem Filter weitest gehend verhindert. Dadurch verbessert sich die Brillinaz des Bildes und es entstehen keine Geiterbilder, die die Schärfe des Bildes beeinträchtigen würde. Die aufgedampfte Dicke der Vergütung beträgt etwa 0,0001 - 0,0002 mm. Bei einer Mehrschichtenvergütung addieren sich die einzelnen Bedampfungen. Aufgrund der dünnen Schicht sollte man Filter immer mit einen Brillenputztuch reinigen.

3. Was sind Nützliche und unnütze Filter?



Die Flut der verschiedensten Filter kann man in zwei Gruppen einordnen. Da gibt es die wenigen Filter, die eine Existenzberechtigung haben und eine wesentlich größere Anzahl von Filtern, die nur zur Erzeugung von Effekten dienen und meiner Meinung nach unnütz sind. Nun kann man sich letztendlich über den Sinn und Unsinn dieser Filter streiten, aber Fakt ist, dass sie nur mehr oder weniger billige Effekte erzeugen.

Zur oben angedeuteten ersten Gruppe zählen z.B. Skylightfilter, UV - Filter, Grau- oder ND - Filter, Polfilter und auch die Farbkonversionsfilter. Ein Weichzeichnerfilter z.B. ist nicht nötig, da man mit der preiswertesten Software schon das fertige Bild weichzeichnen kann.

Zur weitaus größeren Gruppe der unnützen Filter zählen z.B. alle Effektfilter, wie zum Beispiel Sternfilter, Farbfilter, 3fach Stern, Center Spot Effekt und wie sie noch heißen. Man sollte sich wirklich überlegen, ob man viel Geld für solche, so genannten, Kreativfilter ausgibt oder das Geld besser in ein gutes Bearbeitungsprogramm steckt.

4. Der UV - Filter



Der UV - Filter (ebenso der Skylight - Filter) ist ein Filter, dass man immer auf dem Objektiv aufgeschraubt lassen kann. Er dient somit auch dem Schutz der Objektivlinse. Die Fotochips von Digitalkameras (beispielsweise CCD) zeichnen nicht nur das sichtbare Spektrum des Lichts auf, sondern auch die unsichtbaren ultravioletten Anteile des Lichts. Dieses UV-Licht hat aber zwei störende Auswirkungen auf das Bild.
  • Das übliche Objektiv einer Kamera ist nur für einen bestimmten Bereich des für uns sichtbaren Lichts korrigiert, ein hoher Anteil des Ultravioletten Lichts kann aber infolge der so genannten chromatischer Aberration zu störenden Unschärfen führen.

  • Wird das Licht der Sonne an den Molekülen der Luft gestreut, entsteht das UV - Licht (Rayleigh-Streuung). Dieses besonders "blaulastige" Streulicht (siehe Bild) kann auf dem Foto - Chip einen störenden Blaustich hervorrufen.
Durch den Einsatz eines UV - Filters werden diese störenden Effekte aber recht wirksam unterdrückt. Die Fotografie gewinnt stark an Kontrast und Schärfe. Farbfehler werden weitest gehend vermieden. Eine Korrektur der Belichtungseinstellungen ist erforderlich.

Heutige moderne, mehrfach vergütete Objektive machen den Einsatz eines UV - Filters eigentlich nicht mehr erforderlich, da das dicke Glas der Objektive die UV-Strahlung bereits ausreichend sperrt. Werden andere farbige Filter oder ein Pol - Filter eingesetzt, ist das zusätzlicher UV-Filter überflüssig und reduziert durch die weitere Glasschicht nur die Abbildungsleistung deines Objektivs. Ich persönlich sehe die Hauptaufgabe des UV - Filters darin, die Linse meines Objektivs gegen Kratzer zu schützen. Ich muss allerdings erwähnen, dass durch das ständig aufgeschraubte UV - Filter das Licht, dass von der Frontlinse des Objektivs reflektiert wird, wieder in das Objektiv zurück reflektiert werden kann. Dadurch kann es zu unschönen Lichtpunkten bei Gegenlichtaufnahmen kommen. So genannte Hardcore - Fotografen werden eine weitere Glasschicht an ihrem Objektiv natürlich kategorisch ablehnen.

5. Der Skylight - Filter



Skylightfilter sind ebenfalls preiswerte Filter, welche das UV-Licht blockieren. Dshalb werden sie ebenfalls als Schutz für Objektive verwendet. Ursprüngliche soll der Filter das Licht konvertieren und für eine sehr leicht wärmere / rötlichere Farbwiedergabe sorgen.

Sinnvoll ist der Einsatz eines Skylight - Filters in der Landschaftsfotografie, da entfernte Objekte wie zum Beispiel Gebirgszüge, durch Lichtbrechung in der Atmosphäre leicht blau gefärbt werden. Der Skylightfilter wirkt dem entgegen. Der Skylightfilter wirkt wie viele andere Filter auch als UV-Sperrfilter.

Wie beim UV - Filter kann das Licht, dass von der Frontlinse des Objektivs reflektiert werden, wieder in das Objektiv zurück reflektiert werden kann. Dadurch kann es zu unschönen Lichtpunkten bei Gegenlichtaufnahmen kommen. Allerdings gibt es auch sogenannte "ghostless Skylightfilter", deren Glas nicht plan geschliffen ist und der so genannte Flare-Effekt dadurch reduziert ist.

6. Der Polarisations - Filter



Das Licht besteht bekanntlich aus elektromagnetischen Schwingungen. Diese nicht polarisierten Schwingungen des Lichts muss man sich als eine Welle vorstellen, die sich waagerecht und senkrecht (horizontal und vertikal) in Richtung einer Achse ausbreitet. Trifft das Licht jedoch auf einen speziellen Filter, so wird lediglich eine Schwingungsebene, entweder die Waagerechte oder die Senkrechte, hindurch gelassen. Dieses Licht, mit nur einer Schwingungsebene, nennt man dann polarisiertes Licht.

Wenn nicht polarisiertes Licht auf ein transparentes, nichtmetallisches Medium, z.B. eine Glasplatte oder eine Wasseroberfläche, so wird es zum einen reflektiert und zum anderen im Medium gebrochen. Das reflektierte Licht wird dan teilweise polarisiert, wobei der Grad der Polarisation vom Einfallswinkel des Lichts ebenso abhängig ist, wie vom Brechungsindex. Diese Eigenschaft wird nach dem Entdecker David Brewster auch als Brewstersches Gesetz bezeichnet.

Polfilter können nur dann wirksam eingesetzt werden, wenn ein bestimmter Teil des eintreffenden Lichts gesperrt wird. Der Polarisationsfilter kann nun durch drehen so eingestellt werden, dass ein Teil des nicht polarisierte Licht nicht hindurch kommt. Dadurch erscheinen die Farben satter, der Himmel wirkt blauer, weiße Wolken erscheinen viel weißer und Wasser - und Glasoberflächen erscheinen durchsichtig. Den besten Effekt erziehlt man, wenn die Sonne in einem Winkel von 90° zur fotografischen Achse steht.

Man unterscheidet zwischen linearen und zirkularen Polfiltern. Dies geschieht je nach Art der Polarisation des auffallenden Lichts:
  • Beim linearen Polarisationsfiltern ist das ausfallende Licht immer Licht einer bestimmten Polarisation, es schwingt also in genau einer Richtung und wird linear polarisiertes Licht genannt. Wie das im einzelnen funktioniert, muss man als Fotografen letztendlich nicht wissen. Wir sollten nur wissen, dass das ausfallende Licht wieder nicht polarisiert erscheint. Linear polarisiertes Licht kann nämlich die Lichtmessung der Kamera irritieren. Deshalb ist es besser ein zirkulares Polarisationsfilter zu verwenden als ein lineares.

  • Bei zirkularen Polarisationsfiltern wird das linear polarisierte Licht wieder so "durcheinandergewirbelt", dass es dann zwar noch in einer Polarisationsrichtung schwingt, diese sich jedoch um die Ausbreitungsachse dreht. Für Digitalkameras wird grundsätzlich der Gebrauch von zirkularen Polfiltern empfohlen. Ein zirkularer Polfilter wird benötigt, wenn die Kamera mit einer Innenlichtmessung ausgestattet ist. D.h., dass das Licht über Spiegel und Strahlenteiler geleitet und damit zum Teil polarisiert wird, wie z.B. bei allen AF-Kameras. Mit einem linearen Polfiltern könnten dabei Fehlmessungen auftreten.

7. Graufilter / ND-Filter / Neutraldichtefilter



Unter Neutraldichtefilter (ND-Filter, Neutralfilter, meist: Graufilter) versteht man in der Fotografie gefasste Glas- oder Kunststoffscheiben von optischer Güte, die vor das Objektiv des Fotoapparats geschraubt oder gesteckt werden, um gleichmäßige Abdunklung im Bild zu erzielen. Graufilter sind ebenfalls in der Filmkamera- und Fernsehkameratechnik sowie in der Lichttechnik in Gebrauch. Sie sind homogen neutralgrau eingefärbt, so dass die Farbwiedergabe nicht verfälscht wird.

In der Fotografie kann unter Umständen eine Verminderung der durch das Objektiv einfallenden Lichtmenge erforderlich werden. Dies passiert dann, wenn bei einer vorgegebener Filmempfindlichkeit das Aufnahmelicht zu hell ist und die Abblendmöglichkeit eines Objektivs nicht ausreicht um Überbelichtung zu vermeiden. Das passiert häufig dann, wenn sich das zu fotografierende Objekt durch die Wahl einer großen Blende vor unscharfem Hintergrund abheben soll oder man durch eine Langzeitbelichtung ein Fließ- oder Wischeffekt erzielen will.

Um die Bewegung herabfallenden Wassers eines Brunnen oder Wasserfalls fotografisch festhalten zu können, benötigt man eine Belichtungszeit von 1/60 sec. oder länger. Ist nun das Aufnahmelicht so hell und / oder die Filmempfindlichkeit zu hoch, so dass sich zur korrekten Belichtung bei kleinstmöglicher Blende diese 1/60 sec. nicht einstellen lässt, kommt ein ND - Filter zum Einsatz. Vor allem bei Architekturaufnahmen stören Personen oder Fahrzeuge, die sich vor dem Objekt bewegen. Hier lässt sich durch den Einsatz eines ND - Filters die Belichtungszeit so verlängern, dass die Reizschwelle des Films oder Sensors unterschritten wird und Personen oder Fahrzeuge im Bild nicht sichtbar werden.

Standardtypen der Graufilter besitzen den Verlängerungsfaktor von 2, 4 oder 8. Es gibt auch ein variabler Typ, basierend auf dem Polfiltereffekt, mit einem Verlängerungsfaktor von 3 bis 8. Dabei werden zwei lineare Polarisationsfilter gegeneinander verdreht. Stehen beide Polfilter parallel, so tritt die geringste Abschwächung auf. Bei genau senkrechter Stellung zueinander wird das Licht idealerweise komplett blockiert.

Mehr zum Thema ND-Filter findet Ihr hier

8. Farbkonversionsfilter



Im Gegensatz zu einem Film oder Foto - Chip paßt das Auge eines Menschen sein Farbempfinden an die verschiedensten Lichtquellen an. Dieses nennt man den Weißabgleich des Auges. Ein weißes Blatt Papier erscheint dem Auge subjektiv stets weiß, sowohl unter einer Glühlampe, aber auch bei Neon - oder Tageslicht. Die üblichen Tageslichtfarbfilme sind für Licht mit einer Farbtemperatur von 5500° K ausgelegt. Wenn ein bestimmtes Objekt mit Licht dieser Farbtemperatur beleuchtet wird, befinden sich die auf dem Film abgebildeten Farben im Gleichgewicht und es ergibt sich eine farbneutrale Wiedergabe. Bei einer höheren Farbtemperatur (z.B. bedeckter Himmel, klarer blauer Himmel) erscheint die Wiedergabe des Bildes blauer. Bei niedrigeren Farbtemperaturen (z.B. Halogenlicht, Glühlampen, Kerzenlicht) ergibt sich ein gelblich / rötlicher Farbstich.

Da sich über den Tag die Lichtintensität Verändert, ändert sich somit auch die Farbtemperatur. Während man einen leichten Farbstiche bei Negativfilmen im Labor bei der Herstellung eines Abzugs korrigieren kann, besteht diese Möglichkeit bei Diafilmen leider nicht. Mit Hilfe der richtigen Anwendung von Farbkonversionsfilter können Tageslichtfilme (ca. 5500° K) dem Kunstlicht angepaßt werden. Die KR Filter sind rötlich eingefärbt für Licht mit hoher Farbtemperatur, sie senken die Farbtemperatur.

In der digitalen Fotografie werden Farbkonversionsfilter so gut wie nie verwendet, da man bei DSLR´s den Weißabgleich auf die verschiedensten Farbtemperaturen voreinstellen kann, so dass man keine Filter mehr braucht. Darüber hinaus kann man am PC mit den meisten Bildbearbeitungsprogrammen die Farbtemperatur mit der Graditationskurve verändern.


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