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Licht und Lichtwert

Malen mit Licht

Man bezeichnet die Fotografie auch sehr oft als "Malen mit Licht". Allerdings ist der Zeitraum, in der ein Fotograf versucht sein Motiv festzuhalten, immer wesentlich kürzer als die Zeit eines Malers. Die große Kunst des Fotografierens besteht darin, Lichtstimmungen zu erkennen und sie in das Bild und dessen finale Stimmung mit einzubeziehen.

Je nach Tages- oder Nachtzeit hat das eingefangene Licht sehr vielfältige Farben. Der Sonnenauf- oder Untergang verwandelt alles in Orange- und Rottöne. Tageslicht im Gebirge erscheint immer blau. Regen, Nebel oder diesiges Licht hat den Anschein, als wäre alles mit einem Grauschleier überzogen. Aber auch künstliches Licht erzeugt je nach Lichtquelle die unterschiedlichsten Farbtöne.

Für wirklich stimmungsvolle Aufnahmen ist das Licht am frühen Morgen oder am späten Nachmittag ideal. Das Licht ist zu diesen Tageszeiten sehr warm und stimmungsvoll und arbeitet vorhandene Strukturen kontrastreich heraus. Außerdem sorgt es für sehr angenehme Licht - und Schattenspiele. Oft wird auch die so genannte blaue Stunde - die Stunde nach Sonnenuntergang - von Fotografen gerne als gestalterisches Element genutzt, da hier alles in ein kühles Blau getaucht wird. Während der Mittagszeit fällt das Licht in einem Winkel von nahezu 90° direkt von oben herab. Das Licht zur Mittagszeit wirkt extrem hart. Das Fotografieren von Personen und Gegenstände wird dadurch sehr problematisch. Gesichter bekommen Schatten unter die Nase, die Augen und dem Kinn. Gegenstände und Landschaften wirken wegen der fehlenden Schatten sehr flach.

Aber das schräg einfallende Licht entspricht der Sichtweise des Menschen. Die Schatten haben einen schrägen Verlauf, und Konturen werden dadurch wesentlich deutlicher sichtbar. Steht die Sonne dagegen im Rücken, ist die Belichtung der Personen oder Gegenstände ausgeglichen und man hat wenig Probleme mit der Belichtung und keine Sorgen wegen der so genannten Blendflecken.

Bei seitlich einfallendem Licht werden Konturen sehr gut dargestellt und das Motiv wirkt dreidimensional. Die Belichtung ist aber schwieriger, da eine Seite des Motivs sehr hell erscheint und die andere im Schatten liegt. Hier muss der Fotograf entscheiden, welchen Bildteil er korrekt belichtet haben möchte und die Kamera dem entsprechend ausrichten.

Das Tages- und Nachtlicht verändert dauernd seine so genannte Farbtemperatur und somit auch die Farben des Bildes. Die jeweilige Farbtemperatur wird mit K (Kelvin) bezeichnet.


  • Vor und nach dem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ----------------------
  • In den Bergen bei blauem Himmel ------------------------------------------------------
  • Der Sonnenaufgang und Untergang ----------------------------------------------------
  • Der Vor - und Nachmittag -----------------------------------------------------------------
  • Die Mittagszeit --------------------------------------------------------------------------------
  • Elektonen - Blitz -------------------------------------------------------------------------------
9.000 - 12.000 K     
9.000 - 12.000 K     
3.200 K     
4.900 - 5.300 K     
5.500 - 5.800 K     
5.500 - 5.600 K     
Das Bild wird bläulich wirken, wenn die tatsächliche Farbtemperatur höher ist als der eingestellte Kamerawert. Gelblich oder Rötlich, wenn die tatsächliche Farbtemperatur niedriger als der eingestellte Kamerawert.

Fast alle Semi - Professionellen Kameras können die Bilder auch in einen so genannten RAW Format abspeichern. Wenn man mit diesem Format fotografiert kann man den Weißabgleich auch manuell im Konverter einstellen und so Bildstimmungen "künstlich" erzeugen. Man sollte hier aber sehr vorsichtig sein. Die Annahme, die Tageszeit wäre egal, man könne ja alles über den manuellen Weißabgleich regeln ist falsch! Man sollte den Weißabgleich nur als Korrekturmöglichkeit ansehen, um die richtige Bildstimmung wiederzugeben. Eine flache Landschaft, die um 12 Uhr fotografiert wurde, der Schatten unter dem Kinn zur gleichen Uhrzeit, dies kann ich mit einer Korrektur des Weißabgleichs nicht neutralisieren.

Das Licht und vor allem der Aufnahmezeitpunkt haben immer eine elementare Wirkung auf das Bild. Zu verschiedenen Tageszeiten fotografiert kann es völlig andere Wirkungen auf den Betrachter haben.

Der Lichtwert (LW) oder auch Exposure Value (EV)

Der Lichtwert (LW) oder auch Exposure Value (EV) ist in der Fotografie ein logarithmisches Maß, das sich auf die Belichtung einer Aufnahme bezieht. Ein bestimmter Lichtwert definiert eine Vielzahl von Belichtungszeiten und Blendenkombinationen, die alle gleich viel Licht auf den Sensor zulassen.

Der Lichtwert (LW) oder Exposure Value (EV) errechnet sich aus dem Blendenleitwert LWk (aperture value, Av bzw. AV) und dem Zeitleitwert LWt (time value, Tv bzw. TV). Es würde zu weit gehen, wenn wir hier auf die Berechnung des LWk, bzw. des LWt eingehen würden. Wenn der LWk z.B. den Wert 5 (f/5,6) hätte und der LWt den Wert 4 (1/15 s), wäre der Lichtwert somit 9. In der unteren Tabelle kann man z.B erkennen, welche Blenden/Zeit Kombinationen ebenfalls den LW/VE-Wert 9 haben. Die Blende f/1 hat in Verbindung mit der Zeit 1 s den Lichtwert 0.

Darüber hinaus besteht aber zwischen dem Lichtwert (LW / EV) und der Sensorempfindlichkeit (ASA) ein direkter Bezug. Hier einmal ein kleines Beispiel: Der "LW 9" bezeichnet keine bestimmte Helligkeit. "LW 9 bei ASA 100" dagegen doch. Wenn bei einer Filmempfindlichkeit von ASA 100 eine Aufnahme mit LW 9 (zum Beispiel f/2,8, 1/60 s) zur korrekten Belichtung des Bildes führen würde, so müsste dasselbe Motiv bei derselben Helligkeit bei einer Filmempfindlichkeit von ASA 400 mit LW 11 aufgenommen werden. Im Umkehrschluß heißt das, dass eine Verdoppelung der Sensorempfindlichkeit - z.B. von ASA 100 auf ASA 200 - einer Erhöhung der Lichtwertstufe um + 1, eine weitere Verdopplung von 100 ASA auf ASA 400 einer Erhöhung auf + 2 entspräche. Jede weitere Verdopplung des ASA - Wertes würde mit + 1 LW zu Buche schlagen.

LWk (Blendenleitwert)

Blende f/0.7 f/1.0 f/1,4 f/2,0 f/2,8 f/4,0 f/5,6 f/8,0 f/11 f/16 f/22 f/32
LWk - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

LWt (Zeitleitwert)

Zeit 2 s 1 s 1/2 s 1/4 s 1/8s 1/15 s 1/30 s 1/60 s 1/125 s 1/250 s 1/500 s 1/1000 s
LWt - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Der Lichtwert (LW) oder auch Exposure Value (EV)

  2 s 1 s 1/2 s 1/4 s 1/8 s 1/15 s 1/30 s 1/60 s 1/120 s 1/250 s 1/500 s 1/1000 s
f/32 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
f/22 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
f/16 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
f/11 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
f/8,0 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
f/5,6 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
f/4,0 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
f/2,8 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
f/2,0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
f/1,4 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
f/1,0 - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
f/0,7 - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9



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